Lampenfieber loswerden

"Ich habe schreckliches Lampenfieber, wenn ich vor einer Gruppe Sprechen muss". Sprechangst ist einer der häufigsten Gründe, die Menschen zu uns ins Kommunikationstraining führen. Zunächst einmal heißt es umdenken. Lampenfieber hat positive Nebenwirkungen. Es bringt Energie in unseren Körper und diese brauchen wir dringend, wenn wir erfolgreich vor einem Publikum bestehen möchten. Ziel ist es, die Spannung die entsteht positiv zu nutzen, in dem man diese Energie in Ausstrahlung umwandelt. Hierfür ist eine Einstellungsänderung nötig. Dass wir aufgeregt sind ist nämlich absolut kein schlechtes Zeichen. Das zeigt, dass der Auftritt uns wichtig ist und wir gut sein möchten und das ist die Grundvoraussetzung für eine gute Leistung. Theaterpädagogen sagen z.B. dass ein Schauspieler, der gar nicht mehr aufgeregt ist, auf der Bühne das Publikum nicht mehr wirklich fesseln kann, weil ihm der notwendige Kick fehlt. Wenn also das nächste Mal Ihr Puls steigt und Sie die aufsteigende Wärme in Kopf und Händen spüren, denken Sie: Wow! Ich bekomme mehr Energie, die brauche ich um vorne gut zu (be)stehen. Achten Sie darauf, dass Sie die Energie nicht durch hektische, kleine Bewegungen verlieren, sondern machen Sie lieber große Gesten und bleiben Sie zunächst möglichst stabil an einem guten Platz stehen. Die ganze Fußsohle sollte den Bodenkontakt halten. Denken Sie daran: die meisten Symptome der Aufregung kann ihr Publikum gar nicht wahrnehmen. Hierzu gehören z.B. Herzklopfen, schwitzige Hände oder zitternde Knie. Wenn Ihre Stimme dazu neigt zu flattern, legen Sie mehr Kraft in Ihre Stimme, also sprechen Sie etwas lauter und mit deutlicher Artikulation, dann kann die Stimme kaum wegkippen. Zur Vorbeugung von Stimmschwächen lutschen Sie kurz vor Ihrem Auftritt ein Salbeibonbon. Vergessen Sie nicht sich ein Glas Wasser ohne Kohlensäure an Ihr Pult zu stellen. Idealerweise mit einem Schuss Zitrone, das hilft gegen einen trockenen Mund. Sollten Sie am Redebeginn noch körperliche Schwächen bemerken, geraten Sie nicht in Panik. Fast alle Redner bestätigen: Nach wenigen Minuten hat man in der Regel den Körper wieder unter Kontrolle, spätestens dann, wenn das Publikum zu ersten Mal gelacht hat. Gute Vorbereitung ist aber dennoch unverzichtbar und gibt zusätzliche Sicherheit. Ich schwöre auf Moderationskarten. Blätter können sichtbar wackeln und hörbar rascheln, falls man zittert. Zudem ist bei langen Aufschrieben die Gefahr größer, im Text den Faden zu verlieren was zu erneutem Nervositätsanstieg führt. Ein Tipp noch für alle, die rot werden: Ein rotes Gesicht wird meist nicht als Aufregung gedeutet. Auffälliger sind rote Flecken am Hals. Hier hilft ein locker gebundener Schal oder ein schickes Halstuch!


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